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2010 wird das Dudweiler Statt-Theater einundzwanzig Jahre alt, im Musicalprojekt Neunkirchen wird "STUMM" wieder aufgeführt, mit der Dudweiler Scala geht es in eine neue Chance und natürlich gibts zum Jahresende wieder Soulful Christmas.
______________________________________________________________________________ Saarbrücker Zeitung, 7.1.2009
Endlich wird es laut um Stumm
Die Aufführungstermine fürs neue Stück des Musical-Projektes Neunkirchen stehen Kurz vorm Jahreswechsel gab es endlich die ersehnte Post für die Mitglieder des Musical-Projektes Neunkirchen. Im Frühjahr beginnen die Proben. Die Termine stehen, die Spannung steigt. Von SZ-Redakteurin Elke Jacobi
Neunkirchen. Am Freitag, 21. August, wird der gute alte Stumm Karl wieder zum Leben erweckt. Dann nämlich ist Premiere beim Neunkircher Musical-Projekt. Dann wird Enrico Tinebra für insgesamt acht Vorstellungen in die Rolle des heutzutage nicht ganz unumstrittenen Patriarchen schlüpfen. Wie die Rolle angelegt ist, was die Zuschauer in der Gebläsehalle des Alten Hüttenareals erwartet, das nimmt so langsam aber sicher Gestalt an. Wie Produktionsleiter Markus Müller (Foto: SZ) der SZ auf Anfrage mitteilte, sind das Stück im Allgemeinen und die Lieder im Besonderen so gut wie fertig.
In den kommenden Wochen werden die Projekt-Teilnehmer endlich auch Details erfahren, werden eine Fassung des Stückes erhalten. Im Juni dann beginnen die Proben. Das zu wissen, wird vor allem auch die vergangenes Jahr noch neu Gecasteten interessiert haben. Für die waren die guten Wünsche zum Jahreswechsel immerhin die erste Bestätigung dafür, dass sie wirklich dazu gehören. Man erinnert sich: Männer, Kinder und Tänzerinnen sowie Tänzer waren gefragt. Und 20 neue zählen jetzt zur großen Musical-Familie, die insgesamt vermutlich weiter um die 150 liegt. Endgültig mit „Musical-Blut“, so Müller, die Teilnahme unterschreiben werden die Mitglieder beim erwähnten ersten Treffen in den nächsten Wochen. „Musical-Blut deshalb, weil in diesem Jahr den Teilnehmern wirklich sehr viel abverlangt wird. Aber sie bekommen mit Sicherheit auch sehr viel zurück“, erläutert der Produktionsleiter. Viel Engagement und Leidenschaft jedenfalls ist gefragt für dieses ganz besondere Stück. „Besonders nicht nur für die Stadt sondern für alle Teilnehmer ebenso.“ Viele Ansatzpunkte waren angedacht für das Konzept des Stückes, an dem die Autoren Dieter Meier und der künstlerische Leiter Martin Leutgeb am Schreiben sind. Die Musik kommt wieder vom bewährten Team Amby Schillo und Andreas Puhl. Einen ersten Vorgeschmack gab es für die Projekt-Teilnehmer mit der Neujahrs-Post schon, da war ein Liedtext bereits abedruckt. Geplant ist möglicherweise noch ein weiterer Casting-Termin. Der Termin zum Ende beziehungsweise nach den Sommerferien hängt laut Müller zum einen mit den Neunkircher Nächten, zum anderen aber auch mit dem Aufbau den Bühnenbildes zusammen, dass die Gebläsemaschine mit ins Geschehen integriert. Auch rund um die Aufführungen ist noch einiges geplant. Da sind gleich mehrere Ideen am gären, wie Müller verrät, inklusive der obligatorischen Latenight-Show.
Meinung Jetzt dürfen alle gespannt sein Von SZ-Redakteurin Elke Jacobi
Es wurde aber auch so langsam mal Zeit. Ganz schön spannend gemacht hat es der Stab des Neunkircher Musical-Projektes in diesem Jahr. Aber was heißt ‚gemacht'? Die Spannung beginnt ja gerade erst, sich ganz allmählich ihrem Höhepunkt zu nähern. Zumindest haben die Projekt-Mitglieder jetzt überhaupt nochmal etwas gehört, weiß nun auch die Fan-Gemeinde: Es geht voran. Jetzt kann der Sommerurlaub geplant werden, denn die Termine zumindest stehen fest. Auf alles andere, da warten wir in freudiger Aufgeregtheit.
Auf einen Blick
Enrico Tinebra schlüpft in die Rolle des Industriellen Freiherr von Stumm. Foto: SZ Die Aufführungstermine für das neue Stück des Neunkircher Musical-Projektes stehen jetzt fest. Premiere ist am Freitag, 21. August. Die weiteren Aufführungen sind dann Samstag und Sonntag, 22. und 23. August, Dienstag und Mittwoch, 25. und 26. August, sowie das Wochenende 28., 29. und 30. August, jeweils um 20.30 Uhr in der Gebläsehalle des Alten Hüttenareals. Die Preise stehen noch nicht fest. Karten-Reservierung ist ab sofort möglich unter Telefon (0681) 5 88 22 222. ji
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Saarbrücker Zeitung, 04.12.2008
Traditionsklänge in neuem Gewand
'A soulful christmas' arrangierte Weihnachtslieder neu Die familientaugliche Version „Stille Nacht“ ist bekannt – A soulful christmas aber mischte Jazz in die Klänge traditionsreicher Weihnachtslieder und bescherte dem Big Eppel zwei kurzweilige Stunden. Von SZ-Mitarbeiter Michael Stephan
Eppelborn. Manche Shows sind so gut, da merkt man gar nicht, wie die Zeit verfliegt. Und am Ende schaut man auf die Uhr und wundert sich: Das sollen wirklich zweieinhalb Stunden gewesen sein? 130 Zuschauern ist es am Sonntagabend im Eppelborner Big Eppel so ergangen.
Sie waren gekommen, um sich am ersten Advent vom Neunkircher Musikprojekt A soulful christmas in (vor)weihnachtliche Stimmung versetzen zu lassen. Und zwar sowohl diejenigen mit der Liebe zum deutschen Traditionslied, als auch diejenigen, die englischsprachige Rock- und Popsongs bevorzugen. Wobei die traditionellen Weihnachtslieder schon etwas anders klangen, als man sie zu Hause unterm Weihnachtsbaum mit der Familie singt.
Die Lieder waren in Soul-, Blues-, Pop- und Jazz-Arrangements eingebettet. Für den „neuen Klang“ zeichneten die beiden Neunkircher Musiker Christian Hautz und Tobias Klee verantwortlich, die für den Eppelborner Auftritt zusammen mit ihren vier Bandkollegen viel mit akustischer Gitarre und Percussion arbeiteten. Monika Groß und Markus Bill gaben den Liedern ihre Stimme und begeisterten die Zuhörer im Duett ebenso wie mit ihren Solobeiträgen.
Die Show, die sie – insbesondere Markus Bill – dazu ablieferten, war ebenfalls nicht zu verachten. Das Arrangement und die zwei sehr guten Stimmen passten perfekt zusammen. Das galt für die klassischen Liedbeiträge wie „Süßer die Glocken nie klingen“ oder „Leise rieselt der Schnee“ und die englischen Weihnachtssongs wie „White Christmas“ und „Jingle Bells“ ebenso wie für die moderneren Stücke wie „Do they know it's Christmas“ oder „Last Christmas“.
Weihnachtslieder im eigenen Gewand waren nicht das Einzige, was A soulful christmas zu bieten hatte. Denn da war auch noch die etwas andere Weihnachtsgeschichte „Die Falle“ von Robert Gernhardt, die ein wundervoller Dieter Meier im gemütlichen Stuhl zwischen Weihnachtsbaum und Kaminfeuer zum Besten gab.
Sommer 2008
Aufständische Frauen in Neunkirchen
So manche Blume für die Bühnen-Akteure
Darsteller und Mitarbeiter erhielten originelle Geschenke Musical "Lysistrate" wird in der Gebläsehalle aufgeführt - Harald Schmidt tritt in Sondervorstellung auf
Gleich mehrmals wird das Musical "Lysistrate" in Neunkirchen aufgeführt. Das Stück in der Gebläsehalle wurde um einiges gestrafft. Morgen, 5. August, ist Harald Schmidt bei einer Sondervorstellung dabei. Von SZ-Redakteurin Elke Jacobi
Neunkirchen. Eines jedenfalls ist sicher: Wer sich in diesem Jahr die Aufführung von "Lysistrate" ansieht, der sieht den Hauptdarsteller des Stumm-Musicals vom kommenden Jahr auf der Bühne. Acht Kandidaten gibt es insgesamt. Zumindest wenn man einer Verlosungskarte glauben darf, die den aktuellen Programmheften beigegeben ist, beziehungsweise an der Kasse ausliegt. Hier können die Lysistrate-Besucher ankreuzen, was sie denn vermuten, wer von diesen acht die Hauptrolle im nächsten Jahr übernehmen wird. Gelüftet wird das Geheimnis am Ende der letzten Vorstellung, also am Sonntag, 13. August, etwa gegen 23.30 Uhr.
Dann räumen "Lysistrate" und ihre aufständischen Frauen die Bühne in der Gebläsehalle des Alten Hüttenareals, werden insgesamt sieben Mal den Krieg ihrer Männer auf ungewöhnliche Art besiegt haben. Dazu werden sie einmal prominenten - männlichen - Besuch bekommen haben.
Am morgigen Dienstag trifft Harald Schmidt (Foto: dpa) auf die alten Griechen und präsentiert mit ihnen zusammen eine Sondervorstellung. Für diesen auf Vermittlung des künstlerischen Leiters Martin Leutgeb zustande gekommenen und mit insgesamt 80 Minuten angesetzten Gastauftritt in Neunkirchen ist Schmidt allgegenwärtig. Nicht nur, dass Lysistrate-Darstellerin Heike Lissmann-Gräß (Foto: SZ) sich das Programmheft mit ihm teilen muss, auch an der Wand der Gebläsehalle hängt Schmidts Plakat, in einer Reihe mit den Plakaten der bisherigen Veranstaltungen des Projektes.
Die gehen im Übrigen von Jahr zu Jahr professioneller über die Bühne. Zügig verlaufen Einlass und Platzanweisungen, vorsorglich werden Decken verteilt, frieren soll keiner. Dafür sorgen natürlich auch die Darsteller selbst, sowohl was deren Verteilung anbelangt, als auch mit der Darstellung auf der Bühne. Da wird es auch in diesem Jahr vor allem im zweiten Teil so manchem ganz schön warm ums Herz. Wer im vorigen Jahr dabei war, wird merken: Das ganze Stück wurde kräftig gestrafft. Was dem Stück gut tut, im vergangenen Jahr noch herrschende Längen herausnimmt. So kann man sich besser einlassen auf die stimmgewaltigen Duette der wegen des Krieges zerstrittenen Liebespaare, kann Koleros-Darsteller Enrico Tinebra und Kinesias-Verkörperer Robert Piskac schon mal gedanklich in die Stumm-Verkleidung stecken.
Das Publikum mag das Mitklatschen, geht bei der Premiere am Freitag und auch am Samstag nach der Pause so richtig aus sich heraus und ist am Ende begeistert. Einfach "superschön" findet es Joachim Moser aus Heusweiler, der es im vergangenen Jahr nicht geschafft hat und bei der Aufführung während der 50-Jahr-Feier neugierig auf die Darstellung der Neunkircher wurde. Freund Roland Fleckinger ist begeistert - und das nicht nur, weil Tochter Nadine beim Projekt eine der 120 Teilnehmer ist.
Aus Hessen ist Sonja Krüger gekommen, zurzeit zu Besuch im Saarland, und ist wie bei "Merlin" schon bei der Wiederaufnahme-Premiere von "Lysistrate" schlichtweg "begeistert von dem allem hier". Extra für den Schwager - den Produktionsleiter Markus Müller - haben Sieglinde und Michael das Dorffest in Rohrbach mal Dorffest sein lassen und sind erstmals vor Ort - und nach eigener Aussage bei ihrer eigenen Premiere ausgesprochen angetan. Noch sind für alle Veranstaltungen - auch für Schmidt - Karten zu erhalten. Und so darf bis Sonntag weiter geraten werden, wer im kommenden Jahr die Bühne beherrscht, kann man sich ein Bild machen, wer den nun wohl den Industriellen verkörpern wird und dem Favoriten schon mal die Daumen drücken. Neunkirchen. Künstler verstehen zu feiern, dass beweisen die Teilnehmer des Musical-Projektes Jahr für Jahr, wenn sie nach den Vorstellungen in der Stummschen Reithalle bei Musik und Tanz ausgelassen entspannen. Und dass dies der richtige Rahmen für Dankesworte und Ehrungen ist, das wissen die Verantwortlichen.
Der künstlerische Leiter Martin Leutgeb - ganz der charmante Österreicher - und Produktionsleiter Markus Müller nutzten den Rahmen für so manche Blume. So wurden zwölf Teilnehmer für fünfjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet, überreichte Leutgeb den von ihm kreierten Külei-Preis (künstlerischer Leiter-Preis, der ein selbst gemaltes Bild beinhaltet - wo hängt man sowas hin? - und ein Essen) an den Mann der Hauptdarstellerin, an Carsten Gräß. Müller hatte ein dickes Paket für die Musical-Büro-Mitarbeiterin Christina Krämer dabei, Andreas Puhl bedachte jeden seiner Musiker mit einem originellen und persönlichen Geschenk.
Choreografin Ellen Kärcher ehrte vier Tänzerinnen - bei der Fluktuation in dieser Truppe sollte man es dann auch nicht so genau nehmen, das zwei der angeblich von Anfang an Mittanzenden erst seit Lysistrate tanzen, eine gar bei Merlin nicht mitwirkte. Schließlich gab's den alljährlich globalen Dank. Dann konnte bei Abba-Klängen abgetanzt werden. ji
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23.-26.04.2008 jeweils 20:00 "Comedy im Frühling - ein knallbunter Abend"
Luca Domenicali und Danilo Maggio sind exzellente Komödianten und virtuose Musiker. Ausgestattet mit einer außergewöhnlichen Bühnenpräsenz und dem nationalen Komikerpreis Italiens, sorgen sie als Microband mit musikalischen Verrücktheiten weltweit für Furore. Im Gepäck hat das Duo aus Bologna seine neuste Produktion „SMS – Strange Music Symphony“. Skurrile Instrumente, ausgefeilten Arrangements und verblüffende szenische Ideen verschmelzen zu einer außergewöhnlichen Reise durch die Musikgeschichte. Bei ihrer „etwas anderen Symphonie“ treffen u.a. Rossini und Jethro Tull auf Astor Piazzola.
Das Vorprogramm bestreitet diesmal der Schauspieler und Komödiant Dieter Meier aus Dudweiler. Seit mehr als zwei Jahrzehnten steht sein Name in der Region für qualitativ hochwertige Schauspielkunst. Der wandlungsfähige Schauspieler, Komödiant und "Theater-Hansdampf in allen Gassen" (S. Brenner, SZ vom 20.08.05) zeigt mit "Meine Verehrung" eine speziell für die Comedy-Reihe zusammengestelle Auswahl seiner persönlichen Lieblingsszenen.
Mittwoch, 23. 04. 2008, 20 Uhr, Bürgerhaus Dudweiler, Mitveranstalter: Dudweiler Scala e.V. Donnerstag, 24. 04. 2008, 20 Uhr, Großrosseln, Rosseltalhalle Freitag, 25.04.2008, 20 Uhr, Friedrichsthal, Rathaus-Festsaal Samstag, 26.04.2008, 20 Uhr, Heusweiler, Kulturhalle am Markt
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Saarbrücker Zeitung, 20.08.2005

Der viel beschäftigte Amateur-Schauspieler und Scala-Macher Dieter Meier Von SZ-Redakteurin Susanne Brenner
Dieter Meier ist ein Theater-Hansdampf in allen Gassen. Er spielt im Dudweiler Statt-Theater, betreibt die Scala, gibt den Merlin. Kaum zu glauben, dass er aus eigenem Antrieb womöglich nie beim Theater gelandet wäre.
Saarbrücken. "Was verschafft mir denn die Ehre?" wundert sich Dieter Meier, als er hört, dass wir gern mal einfach so über ihn schreiben würden. Dass er allmählich so eine Art Prominenz unter den saarländischen Amateurtheater-Menschen ist, war ihm wohl selbst noch nicht so klar. "Na ja", räumt er dann ein und zieht fröhlich die Mundwinkel nach oben, "man muss schon aufpassen, dass man nicht eitel wird, wenn man sich da überall auf den Plakaten sieht". Auf Plakaten ist Dieter Meier derzeit vor allem als Merlin zu sehen. Das ungemein erfolgreiche Neunkircher Musical-Projekt geht in die nächste Runde, und er spielt die Titelrolle.
Das halbe Saarland ist zuplakatiert mit seinem Konterfei. "Zum Glück hatte ich gestern vor den Proben wieder richtig Angst", sagt er. Und meint damit, dass ein bisschen Angst ein gutes Mittel gegen die Gefahr der Überheblichkeit ist. Aber der Neunkircher "Merlin" ist nur eines der zahlreichen Projekte. Tatsächlich ist der 47-Jährige vor allem im Stadtverband Saarbrücken sozusagen omnipräsent. Der leidenschaftliche Dudweilerer ("ich bin neun Mal umgezogen, immer in Dudweiler") ist seit Jahren eine herausragende Figur im Dudweiler Statt-Theater. Derzeit bereitet man dort für den 21. Oktober einen Loriot-Abend vor ("da hätte ich ja am liebsten alle Loriot-Rollen selbst gespielt"). Außerdem basteln sie am "Kleinen Horrorladen", planen ein "Schatzinsel"-Musical. Mit der Neunkircher Kulisse probt Meier außerdem gerade ein "Pinocchio"-Singspiel. Und so ganz im Verborgenen träumt er noch von einem ganz intimen Solo-Liederabend.
Dieter Meiers wichtigstes, größtes und schwerstes Baby ist aber in diesen Tagen die Dudweiler Scala. Hier, in dem ehemaligen Kino, will er gemeinsam mit engagierten Mitstreitern ein Dudweiler Kulturzentrum erschaffen. Inmitten der Baustelle gab es im Juni schon Aufsehen erregende Abende. "Das ist eine einmalige Chance für Dudweiler", sagt er fast schon beschwörend. Derzeit sind sie mitten in den Finanz- und Bauplanungen. Sicher ist das Projekt Scala durchaus noch nicht. Aber doch "so sicher wie ein Wille stark ist", meint er.
Was treibt so einen wie Dieter Meier um? Warum verbringt er fast seine gesamte Freizeit mit diesem Projekt? "Es macht einfach Spaß, wenn ich 250 Leute da reingehen sehe und wenn ich dann sehe, wie's allen gut geht", sagt er, macht eine kurze Pause und fügt hinzu: "Sie haben dann zwei Stunden gelebt, ohne es gemerkt zu haben". Das sind so Sätze, die typisch sind für Dieter Meier. Ein bisschen ironisch, ein bisschen liebevoll. Der Mann ist ein lebhafter Erzähler, der reinstes Saarländisch redet und das immer aus dem Bauch raus. Auch auf der Alltags-Bühne eines Cafés kann er Pointen sicher setzen und eine schöne Szenerie aufbauen. Kaum zu glauben, dass dieses offensichtliche Naturtalent womöglich nie von sich aus eine Bühne betreten hätte.
"Ich war eigentlich auch nie im Theater", meint er und vermutet schmunzelnd, dass da womöglich seine "gut katholische Panik" ("bloß nicht auffallen, vor allem IHM nicht"), gepaart mit den Beamten-Träumen des polizeibeamteten Vaters eine tragende Rolle gespielt hat.
Jedenfalls fand er für sich einen Kompromiss zwischen Kunst und Beamtentum. Er studierte Architektur und ging in die Bauabteilung der Post. Heute ist er beurlaubter Beamter, hat zusätzlich ein Wirtschaftsingenieur-Studium gemacht und arbeitet in seinem Alltag bei T-Systems. Als ihn die Kollegen dort fragten, wohin er denn in Urlaub fahre, meinte er: "Nach Camelot". Sein Urlaub, das sind die Merlin-Proben.
Das hätte Dieter Meier vor etwas über 15 Jahren wohl noch nicht gedacht. Er war frisch geschieden, die heute "fertigstudierte" Tochter noch ein Teenager, da rief ihn eine alte Schulkameradin an: Karin Schmidt. Dem Dudweiler Statt-Theater fehlte gerade ein Mini-Darsteller. "Ich sagte drei Sätze, und die Leute haben sich kaputt gelacht". Das war's dann. Seither ging es Schlag auf Schlag. Zunächst Komödien, dann eines Tages "Mackie Messer". "Da bekam ich den ersten Kick, dass man auch jemanden spielen kann, der man nicht ist". Axel Herzog, damals noch Quasi-Intendant des Statt-Theaters, hatte ihm gesagt: Du kannst das.
Dieter Meier nahm dann noch Schauspielunterricht bei Jürgen Reitz, lernte Sprechtechnik und schulte seine Stimme. Und hätte sich trotzdem nicht beim Neunkircher Musical-Projekt gemeldet, wenn nicht eine Statt-Theater-Kollegin gesagt hätte, "ei Dieter, bewerbscht dich net?". Und nie mehr wird er nun vergessen, wie es war nach dem ersten Vorsprechen. Als Regisseur und Profi-Schauspieler Martin Leutgeb auf ihn zukam und sagte: "Herr Kollege...". ______________________________________________________________________
Meier, ein Theater-Allrounder
Der 45-Jährige ist ein Mann der ersten Stunde beim Dudweiler Statt-Theater Von KERSTIN KRÄMER
Schöne Lieder würde er gern singen. Und Klavier spielen müsste man können! Doch aus dieser Hätte-ich-Welt hat er sich längst verabschiedet: "Entweder machen oder sein lassen!", meint Dieter Meier.
Dudweiler. Dieter Meier, Mann der ersten Stunde beim Dudweiler Statt-Theater, stemmte zwischendurch zwei beachtliche Soloprogramme und anderes - und er war gerade im Neunkircher Musical-Projekt "The Casting" unter Leitung von Martin Leutgeb zu bewundern. "Wie Honiglecken war das", schwärmt die barhäuptige Frohnatur. "Und nebenher bin ich berufstätig", ulkt er. In seinem "Nebenjob" arbeitet der engagierte Amateur-Schauspieler als Marketing-Fachmann für SAP-Lösungen. Wobei sein Rat bei jedem Bühnenbild gefragt ist, weil er auch ein Architekten-Diplom hat. "Ich habe mich mit mir geeinigt, dass ich nur noch Sachen mache, die mir wirklich Spaß machen." Jahrelange Probereien? Die muss der 45-Jährige sich nicht mehr antun, er hat's gern kurz und knackig. Erfahrungen und Erlebnisse dürfen ihm nicht zur Gewohnheit werden: Meier ist an vielem interessiert, aber auch schnell gelangweilt. Als vierjähriger Steppke tat er sich als begnadeter Witze-Erzähler hervor; mit 14 wollte er Schauspieler werden, was aber "der Pubertät zum Opfer fiel". Dafür sang er lange im Chor beim SR und machte mit Ferdy Welter mal eine Hörspiel-Szene. Tatsächlich auf der Bühne stand er dann aber erst im zarten Alter von über dreißig, als ihn eine Sandkastenfreundin zum Theaterspielen überredete:
1989 war das, da reüssierte er gleich bei seinem Debüt als Hausmeister - trotz oder vielmehr wegen der vielen Versprecher in Axel Herzogs "Tatort". Mit dem Stück hob das just gegründete Dudweiler Statt-Theater damals seine erste Produktion aus der Taufe. Schauspielerei ist für Meier ein Graben nach Eigenschaften. "Ich kann ja nix spielen, was ich nicht selbst bin!" Unterricht hat er noch keinen genommen, er spielt lieber aus dem Bauch und hat viel durch Zusehen gelernt. Schauspielerei ist für Meier ein Graben nach Eigenschaften. "Ich kann ja nix spielen, was ich nicht selbst bin!" Unterricht hat er noch keinen genommen, er spielt lieber aus dem Bauch und hat viel durch Zusehen gelernt. Aber Stanislawski? In den hat er zwar schon reingelesen, glaubt aber nicht, dass es ihm viel bringen würde, sich mal einen halben Tag lang wie ein Stuhl zu fühlen. Doch Lampenfieber ist ein Muss, und er kann sich glücklich schätzen, dass es ihn nicht als Panik, sondern als Euphorie überfällt - auf der Bühne jedenfalls. Soll er dagegen bei einem Geburtstag eine kleine Rede schwingen oder im Theater nur was ansagen, kriegt Meier Zustände.
Als Vorbild nennt er Gert Fröbe: Fantastisch findet er dessen Vielseitigkeit, diesen körperlichen Einsatz. Über ihn selbst allerdings hätten seine Regisseure bisher immer geurteilt, dass er mehr über Augen und Stimme arbeite. Das will er nun ändern. Und hat den Kollegen vom Dudweiler Statt-Theater auch schon angedroht, dass er spätestens beim nächsten Musical-Projekt tanzen will. "Selbst wenn sie mich dann rausschmeißen."
In jeder Phase der Produktion dabei Was nun am Dudweiler Statt-Theater generell so viel Spaß macht? Dass man bei jeder Phase der Produktion mit drinstecke, erzählt Meier: Vom Aussuchen der Stücke bis zur Regie. Und dass "die Leute absolut zielgerichtet zusammenarbeiten", obwohl "aus dem Laden nicht ein einziger Pfennig herauszuholen ist". Den Sprung ins Profilager hat Meier bisher gescheut, weil ihm da schon ein Angebot unterbreitet werden müsste, das er nicht ablehnen könne. "Eigentlich", grinst er, "kann ich mir die Schauspielerei ja gar nicht leisten." Eher die Fehlerhaften als die Perfekten spielen, sich fordern... Doch berühmt werden? In "Verbotene Liebe" würde er nicht mitwirken, dieser Preis des Ruhms wäre ihm zu hoch. Lieber sieht er sich als Mitglied eines begeisterten Kollektivs und will sich dennoch solistisch profilieren. (Kerstin Krämer, Saarbrücker Zeitung)
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